Katharinas geniales Nationalpark-Projekt

„Soll das schon alles gewesen sein?“ diese Frage stellte sich auch Katharina im Frühjahr 2014.

Doch Katharina war keineswegs unglücklich – im Gegenteil. Sie ist eine Powerfrau, glücklich verheiratet, Mutter zweier Kinder, tough im Job, vielseitig interessiert und doch fehlt ihr – wie vielen von uns – manchmal ein wenig Salz in der Suppe des Lebens.

So kam es, dass Katharina das Buch „Das Happyness Projekt“ von Gretchen Rubin las und sich danach auf die Suche nach einer Herausforderung machte, um ihr Glücksempfinden noch zu vermehren.

Und wie es im Leben oft ist, sprang ihr die Lösung bald förmlich ins Auge. Bei der Lektüre des Falters entdeckte sie eine große Werbung für das Buch „Österreichs Nationalparks – Geheimnisse, Schätze, Paradiese“, von Stefanie Platzgummer, welches im Falter Verlag erschienen ist. Und da sie wahnsinnig gern wandern geht und das gemeinsame Erleben mit der Familie in der Natur liebt, fühlte sie sich sofort angesprochen und bestellte das Buch.

Da sie, wie die meisten, wenig über die Nationalparks in Österreich wusste, hat sie in diesem Projektdenken á la Gretchen Rubin damit ihr eigens Happyness Projekt gestartet. Ihr Ziel wurde es, alle österreichischen Nationalparks besucht und durchwandert zu haben. Doch damit diese Idee nicht in Kürze wieder im Sand verläuft, setzte sie noch eins drauf und beschloss, dieses Ziel bis zu ihrem 40er – also innerhalb den nächsten 18 Monaten – zu erreichen.

Gute Idee dachte ich mir, als sie mir das erste Mal davon erzählt hat.
Doch Katharina wäre nicht Katharina, wenn sie daraus nicht etwas richtig Tolles gemacht hätte.

Katharinas Über-drüber-Nationalpark-Projekt

Damit sie auch wirklich durchhält, erzählte sie vielen ihrer Freunde davon und stellte dabei nicht nur fest, dass auch diese wenig über die österreichischen Nationalparks wussten sondern die Idee ihnen ausnehmend gut gefiel.

Das Buch „Österreichs Nationalparks“ birgt eine Menge an Informationen, die die Planung der Besuche sehr erleichtern. So liefert es jede Menge wissenswerte Fakten, stellt Routen vor (die an einem Tag machbar sind), beinhaltet Unterkunftsmöglichkeiten ebenso wie die Lieblingsplätze von Menschen, die dort leben bzw. sich besonders gut dort auskennen. Insgesamt sind in dem Buch 8 Nationalparks beschrieben samt ihrer Botschaftertiere, also des Tieres, dass besonders typisch für den jeweiligen Nationalpark ist. Ergänzt wird das ganze mit zahlreichen Hinweisen auf besondere Attraktionen sowie etliche Tipps wie man den Besuch zu einem Erlebnis für die ganze Familie machen kann.

Mit diesem wunderbaren Ausgangsmaterial fing es an, doch um die Ausflüge noch schöner und interessanter zu gestalten, hat Katharina sich was Besonderes einfallen lassen. Sie wollte jeden Park nicht nur mit der eigenen Familie sondern auch mit Freunden besuchen. Und damit es noch abwechslungsreicher wird, jeden Park mit anderen Personen. So kamen 8 wunderschöne Urlaube (meist verlängerte Wochenenden) mit lieben Menschen zustande, die alle bereicherten und die Beziehungen vertieften.

Sie hat sich jedem Nationalpark über das Buch genähert und überlegt, zu welcher Jahreszeit es dort besonders schön ist. So hat sie den Nationalpark Gesäuse zum Beispiel für den Herbst eingeplant, denn dort kann man eine herbstliche Farbpracht erleben, wie du sie sonst nur von Fotos vom Indian Summer in Amerika kennst.

Acht Parks in 1,5 Jahren zu besuchen erfordert natürlich ein wenig Planung. Vor allem wenn es auch darum geht, die Termine mit Freunden zu koordinieren, sich bezüglich des Ablaufs bzw. der Wanderungen abzusprechen und eine Unterkunft zu buchen. Doch dank der vielen Tipps und mit Hilfe des Internets war das gut machbar.

Bei ihren Besuchen hat es sich Katharina auch zur Aufgabe gemacht, das Botschaftertier des jeweiligen Nationalparks zu finden und typische Speisen bzw. kulinarischen Spezialitäten der Region zu probieren. Also wirklich ein Erleben mit allen Sinnen.

Um die eigenen Beobachtungen im jeweiligen Nationalpark festzuhalten, gibt es nach jeder Parkbeschreibung im Buch 2 Seiten zum Eintragen. Doch Katharina schreibt ihre Eindrücke auch gerne in einer Art Tagebuch oder Familienchronik nieder. In schönen großen Notizbüchern finden da neben Eintrittskarten, Ansichtskarten und Ausschnitte aus Broschüren viele handschriftlichen Erzählungen über den Tagesablauf und die Unterkünfte ihren Platz, sowie lustige, aufregende oder schöne Erlebnisse. Ein richtiges Nachschlagewerk, zum Nachlesen und Erinnern, dass sie immer wieder gerne in die Hand nimmt.

Am Start des Projektes war es ja noch leicht, liegen doch einige der Nationalparks in der Nähe von Wien und waren somit schnell erreichbar. Doch gegen Ende der Frist wurde die Anreise immer länger und die Zeit allmählich knapp.

Ende Oktober 2015 wenige Tage vor ihrem 40. Geburtstag hat sie es jedoch geschafft und auch noch den letzten ausstehenden Nationalpark besucht, diesmal begleitetet von ihren Eltern.

Damit war zwar das große Ziel erreicht und sollte auch gebührend gefeiert werden.

Ein fulminanter Abschluss

MedailleAls krönenden Abschluss ihres Projektes hat sich Katharina etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie hat zu ihrem 40. Geburtstag alle eingeladen, die bei diesem Projekt dabei waren, Freunde, Eltern und auch einige Freunde der Kinder, die an den Wanderungen teilgenommen haben. Alle zusammen haben sie nicht nur Katharinas Geburtstag sondern auch den Abschluss dieses Projektes gefeiert, zu dessen Gelingen jeder von ihnen beigetragen hat.

Es gab eine Beamer-Show mit einem Minitrailer der österreichischen Nationalparks (1 min) und den schönsten Erinnerungsfotos, die in dieser Zeit entstanden sind. Für jeden Teilnehmer gab es außerdem eine Goldmedaille, die Katharina selbst entworfen und gebastelt hat. Und natürlich wurde es ein tolles Fest bei dem viel geredet, erzählt und gelacht wurde. Ein Fest, das jedem der dabei war sicher unvergesslich bleiben wird.

Was für eine grandiose Idee.

Katharinas Fazit

Hohe Tauern Tirol

Hohe Tauern Tirol

Es hat mir so viel gebracht, ich hab wirklich viel gelernt. Ich hab diese Nationalparks gesehen und hab jetzt ein besseres Bild von Österreich. Das Thayatal kannst du nicht vergleichen mit den Kalkalpen oder dem Gesäuse, und schon gar nicht mit den Hohen Tauern. Wir wohnen in so einem kleinen Land und trotzdem ist es so unterschiedlich … Das siehst du auch so schön in den Nationalparkhäusern.

Sie hat so einiges gelernt, über die vielfältige Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt Österreichs. Es waren wunderschöne Urlaube mit guten Freunden, die ihr viel Kraft und Energie gaben.

Sie hat erkannt, dass Glück in Projekte zu verpacken ihr absolut liegt und ein selbst geplantes Projekt mit einer Deadline zu einer Art positiven Selbstverpflichtung wird, die sie anspornt, sodass sie schon wieder überlegt, was sie als nächstes in Angriff nehmen könnte.

Ihr war es auch wichtig, ihren Kindern ein Gefühl für ihre Heimat Österreich zu geben. Sie kennen jetzt die Nationalparks, haben ganz viel Wissen gesammelt und viel erlebt.

Was mich daran fasziniert hat

Mir gefiel schon die Basisidee, doch was Katharina daraus gemacht hat, fand ich einfach genial.

Sie hat daraus ein echtes Glücksprojekt gemacht. Sie hat sich Wissen geholt, Österreich angeschaut, die Unterschiede der Nationalparks entdeckt, ihrer Wanderleidenschaft gefrönt, die Natur und die Zeit mit Freunde genossen, alles zu einem Event verpackt und mit einer großen Feier gekrönt.

Ein Lieblingszitat von Katharina, das auch wunderbar für dieses Projekt passt, ist:

Leben heißt nicht aus dem Vollen zu schöpfen, sondern Quellen zu finden.

Genau das hat Katharina hier getan. Sie hat eine Glücks-Quelle gefunden.

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Ich bin schon gespannt auf ihr nächstes Glücksprojekt und werde gerne davon berichten.

Das Nationalpark-Projekt ist auf alle Fälle ein machtbares Unterfangen, das weder viel Zeit noch Geld kostet und praktisch für jedermann (sofern gut zu Fuss) durchführbar ist. Es ist ein Erlebnis für alle Sinne, dass viel bringt. Es bringt Bewegung ins Leben, erhöht das Wissen und hat ganz viele Elemente, die Spass und Abenteuer versprechen.

Beim Zuhören bekam ich richtig Lust, mich auch ein wenig mehr mit den Nationalparks und all den vielen schönen Plätzen unseres Heimatlandes zu beschäftigen, die ich nur vom Hören-Sagen kenne. Und Bücher wie das über „Österreichs Nationalparks“ sind für solche Projekte sicher eine unschätzbare Hilfe.

Findest du es nicht auch eigenartig, dass wir in Amerika in die Nationalparks pilgern und unsere eigenen oft bisher noch nicht einmal eines Gedanken gewürdigt haben?!

Falls du jetzt auch neugierig geworden bist, hier ein paar Fakts zu Österreichs Nationalparks und noch ein Tipp von Katharina:

Besonders die Nationalparkhäuser bieten oft ganz tolle Ausstellungen, zeigen viel über die Fauna und Flora des Parks. Sie sind ein toller Ausgangspunkte, denn dort bekommst du viele wertvolle Tipps zu Touren, Specials für Kinder, kannst mit Rangern sprechen u.v.m. Sehr interessant waren auch die Nationalparkwelten Mittersill (Link zum Youtube Video) mit ihren vielfältigen Attraktionen.

Und du findest dort auch oft sehr engagierte MitarbeiterInnen, wie im Nationalpark Hohe Tauern Salzburg, wo es ein exzellentes Service bezüglich Unterkunftsvermittlung gibt.

Lohnt sich auf alle Fälle!

Die österreichischen Nationalparks

Es gibt 6 Nationalparks in Österreich (Hohe Tauern wird dabei als 1 großer, Bundesland übergreifender Nationalpark gerechnet), deren Gesamtfläche rund 5.000 Quadratkilometer beträgt.

Der Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel 

im nördlichen Burgenland gelegen, ist eine einzigartige Steppenlandschaft und ein Paradies für Vögel.
Er kann mit 350 Vogelarten sowie mit mehr als 400 Blütenpflanzenarten aufwarten. Doch du findest dort auch Ungarische Steppenrinder, Mangalitza-Schweine, Weiße Esel, Przewalksi Pferde u.v.m.

Das Botschaftertier dieses Parks ist der Löffler.

Der Nationalpark Donau-Auen (Wien-NÖ)

ist eine der letzten großen mitteleuropäischen Fluss-Aulandschaften. Entlang der Donau erstreckt er sich von der Lobau in Wien bis über Hainburg hinaus. Er kam erst aufgrund des Konrad-Lorenz-Volksbegehren zustande, bei dem gegen das Verbot des Baus eines Kraftwerkes bei Hainburg protestiert wurde. Die Au-Besetzungen sind noch vielen in Erinnerung.
Er beherbergt zahlreiche Tierarten, darunter auch 8 Reptilienarten, 13 Amphibienarten sowie Biber, Seeadler oder den schillernden Eisvogel.

Das Botschaftertier dieses Parks ist die europäische Sumpfschildkröte.

Der Nationalpark Thayatal (NÖ)

ist der nördlichste Österreichs der sich über die Thaya hinaus weit in tschechisches Gebiet hinein erstreckt.
Er besteht überwiegend aus Wald und kann u.a. mit über 950 Schmetterlingsarten, 20 Fledermausarten und vielfältigen Pflanzenarten aufweisen.

Das Botschaftertier dieses Parks ist die Wildkatze.

Der Nationalpark Gesäuse (Stmk.)

liegt in einer Höhe zwischen 490 und 2370 m Seehöhe. Viel Wald, Fels, Schutthalden und Latschen bilden den Rahmen und Naturraum für 90 Brotvogelarten sowie 48 Orchideenarten.

Das Botschaftertier dieses Parks ist der Alpenbock (ein prachtvoller Käfer).

Der Nationalpark Kalkalpen (OÖ)

ist Österreichs „Waldnationalpark“. Seine Artenvielfalt ist beeindruckend.
Neben 50 Säugetierarten, 1000 Pflanzenarten beheimatet er auch 1560 Schmetterlingsarten.

Das Botschaftertier dieses Parks ist der Luchs.

Der Nationalpark Hohe Tauern hat 3 Anteile und Katharina hat alle besucht:

Der Nationalpark Hohe Tauern Tirol

ist der Osttiroler Anteil am Nationalpark Hohe Tauern. Mit seinen über 3000 m hohen Bergen, Gletschern und Almtälern bietet er mehr als 10.000 Tierarten und ca. 1200 Pflanzenarten eine Heimat.

Das Botschaftertier dieses Parks ist der Steinbock.

Hohe Tauern Sbg

Hohe Tauern Sbg

Der Nationalpark Hohe Tauern Kärnten

war Österreichs erster Nationalpark. Er wurde 1981 gegründet. Wie der Nationalpark Hohe Tauern Tirol kann er mit einer ähnlichen Fauna und Flora sowie Gletschern und hohen Bergen aufwarten, wie dem höchsten Gipfel Österreichs, dem Großglockner (3798 m).

Das Botschaftertier dieses Parks ist das Alpenmurmeltier.

Der Nationalpark Hohe Tauern Salzburg

ist der Nationalpark mit den mächtigsten Wasserfällen Europas, den Krimmler Wasserfällen. 380 m  stürzt das Wasser hier in die Tiefe. Er beherbergt die ganze Palette der Tier- und Pflanzenwelt aller Höhenlagen der Alpen.

Das Botschaftertier dieses Parks ist der Bartgeier.

Falls du jetzt Lust bekommen hast mal den einen oder anderen Nationalpark zu besuchen, dann viel Spaß beim Wandern und erkunden.

Buchtipps:

 

Österreichs Nationalparks – Geheimnisse, Schätze, Paradiese

von Stefanie Platzgummer, erschienen im Falter Verlag
ISBN: 978-3854394976

Ein wunderschönes Buch mit vielen einladenden Fotos.
Es bietet Übersichtskarten, jeweils 3 Wanderrouten pro Nationalpark, viele Hinweise zu Ausflugszielen und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Hinweise, was du in jeder Jahreszeit entdecken kannst.



Das Happyness-Projekt

von Gretchen Rubin, erschienen im Fischer-Taschenbuch-Verlag
ISBN: 978-3596189601

Das Happiness-Projekt: Oder: Wie ich ein Jahr damit verbrachte, mich um meine Freunde zu kümmern, den Kleiderschrank auszumisten, Philosophen zu lesen und überhaupt mehr Freude am Leben zu haben

 

(April 2016)
Fotos © Katharina Brandel

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