Der Weg ist das Ziel

Ich habe aus meinem heurigen Sommerurlaub die Gewissheit mitgebracht, dass ich jedes Ziel erreichen kann, ganz egal wie groß es auch sei. Zu dieser Erkenntnis kam ich, als ich den Ellmaustein hinaufkletterte – ein Erlebnis mit allen Sinnen, das ich gerne mit dir teilen möchte.

Lass mich dir berichten, was geschah, dass ich erkannte „der Weg ist das Ziel“. Der Ausblick vom Gipfel, so schön er auch war, wurde dabei fast nebensächlich.

Die Tour auf den Ellmaustein

Impressionen Fuschl

Impressionen Fuschl

In diesem Jahr habe ich meinen Sommerurlaub in Fuschl am See, im schönen Salzkammergut, verbracht, Vom Balkon aus sah ich genau auf den Ellmaustein, eine bewaldete Felsformation, die sich hinter Fuschl erhebt. Da wollte ich rauf – das war mein Ziel.

Doch wegen des Schlechtwetters musste ich fast eine Woche warten, ehe ich mein Vorhaben tatsächlich umsetzen konnte. Endlich war es soweit. Ich ging vor dem Frühstück los. Bewegungshungrig wie ich war, (nach einer Woche Regen) marschierte ich flott zum Einstieg des Weges. Dort war der Weg mit 1 Stunde angeschrieben. ‚Was für ein Blödsinn‘ dachte ich, 1 Stunde Wegzeit für 1,5 km.

Das es nicht einfach würde, begriff ich schnell.

Der Weg bestand fast nur aus Geröll und Wurzeln, war sehr steil und schwierig zu gehen. Und bereits nach wenigen Minuten ging mir die Luft aus. Ich musste stehen bleiben und genervt wartete ich, bis sich meine Atmung wieder beruhigt hatte. Mir war bewusst, dass ich umdrehen konnte, doch ich wollte da rauf.

Alle paar Minuten zwang mich mein Körper eine Pause einzulegen, da mir die Puste ausging und mein Herz wild klopfte. So wartet ich also jedes Mal bis sich Herzschlag und Atmung beruhigten, ehe ich mit neuer Kraft, das nächste Stück des Weges in Angriff nehmen konnte.

Doch allmählich veränderte sich was.

Ich begann diese Pausen zu genießen. Denn sie boten mir die Gelegenheit, mich selbst und die mich umgebende Natur besser wahrzunehmen. Die Pflanzen, Tiere, ja die ganze Landschaft in all ihrer Schönheit zu erleben. Ich gab den Widerstand gegen die (erzwungenen) Pausen auf und begann sie zu genießen, ja mich richtig wohlzufühlen dabei.

Und plötzlich erkannte ich die Parallelen zwischen dem was ich gerade erlebte und dem Leben selbst.

Die Erkenntnis

Blick vom Ellmaustein

Blick vom Ellmaustein

Manchmal geht es auch im Leben steil bergauf und dir geht die Puste aus, dein Herz klopft wild und du bist am Ende deiner Kraft. Wenn du dann einfach stehenbleibst, innehältst und wartest bis Herzschlag und Atmung wieder normal sind, gewinnst du die Kraft für den nächsten Anstieg.

Natürlich kannst du jederzeit umdrehen, du hast die Wahl. Doch wenn du weitergehst, sobald du dich wieder kräftig genug fühlst, kommst du deinem Ziel jedes Mal ein bisschen näher und irgendwann bist du dann dort.

Es kommt nicht darauf an, wie schnell du gehst und wann du dort ankommst, nur ob du weitergehst. Es ist auch nicht wichtig, wie oft du stehenbleibst (oder auch mal hinfällst). Es ist nur wichtig, dass du deine Kräfte sammelst und dann weitergehst.

Wenn du in deinem eigenen Tempo bleibst und nicht auf andere schielst – die vielleicht schneller oder geübter sind – geht es dir gut dabei, und zwar auf dem ganzen Weg zu deinem Ziel.

Nutze die Pausen um in dich reinzuhören, geh auf Empfang. Erkenne was du willst und wie du es willst. Und nimm auch wahr, was um dich herum vorgeht, schau dich um, hör dich um. So entdeckst du Vieles, was dir sonst entgangen wäre.

Durch regelmäßiges Innehalten weitet sich der Fokus. Dann siehst du nicht nur den nächsten Schritt auf deinem Weg, das nächste Hindernis, sondern nimmst dich und die ganze Situation in der du steckst besser wahr. Erkennst vielleicht, wie du dein Ziel eleganter, leichter und mit weniger Aufwand erreichen kannst, wer oder was dir dabei helfen könnte und vieles mehr.

WOW, ich war platt.
Um es kurz zu machen, ich habe tatsächlich eine Stunden hinauf gebraucht, doch das war mir sowas von egal. Denn in dieser Stunde hab ich sehr viel über das Leben gelernt.

MEIN FAZIT: Der Weg ist das Ziel oder 
die Gewissheit vom Ellmaustein

Es kommt nur darauf an loszugehen. (Ruhe-)Pausen zu nutzen, um mich umzuschauen und umzuhören, und dann mit neuer Kraft weiterzugehen. Wenn ich mich nicht unter Zeitdruck setze (oder starre Erwartungen hebe) komme ich auf diese Weise sicher an mein Ziel. Und der Weg dorthin ist voller neuer Eindrücke und Erlebnisse, wobei ich jeden Abschnitt genießen kann.

Aber auch, dass ich meine Kondition zu wünschen übrig lässt 😀
Bin gerade dabei das zu ändern.

Eines weiß ich aber mit Sicherheit: den nächsten Berg geh ich auch mir Pausen :D, denn dabei nimmt man so viel mehr wahr von der Schönheit der Natur. Manchmal sind die schönsten Ausblicke hinter dir und du siehst sie nur, wenn du dich zwischendurch auch mal umdrehst.

Ich wünsch dir traumhafte Aussichten und Einsichten.

(September 2016)
Fotos Andrea Bauer

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